Serverloft - Service zum Davonlaufen

Ende 2008 war ich auf der Suche nach einem leistungsfähigen Root-Server zu einem bezahlbaren Preis. Bis dahin war ich mit Hetzner sehr gut gefahren, doch lief dort noch immer die Root Server Serie DS mit Dual-Core Prozessoren. Hier hatten die Mitbewerber mehr zu bieten, allen voran Neuling Serverloft.

Als neues Mitglied der Intergenia AG, zu der bereits PlusServer und Server4You gehören, positionierte sich Serverloft irgendwo in der Mitte. Quadcores und Dual-Quadcores mit Hardware RAID, reichlich RAM, Markenhardware von Fujitsu-Siemens und gute Preise - das las sich nicht schecht. Da Hetzner damals in Sachen Ausstattung nicht mithalten konnte, griff ich zu und bestellte einen Dual-Quadcore mit Hardware RAID 1 und 8 GB RAM. Ich mietete ein zusätzliches IP Netz an und zog einige performance-hungrige Projekte auf die Maschine. Dennoch behielt ich immer reichlich Reserven. Als System installierte ich alles notwendige inkl. ISPConfig als Verwaltungsoberfläche auf Basis von Debian 5.0 (Lenny) komplett selbst.

Für 129.- Euro brutto zzgl. 15,01 Euro brutto monatlich für das IP Netz war ich zufrieden, bis es mit den Problemchen losging. Ab und an versagte im Rechenzentrum das Routing und die Dienste des Servers waren nicht erreichbar. Dann war mal das komplette zusätzliche Netz nicht erreichbar. Nach ein paar nächtlichen Ausfällen hegte ich den Verdacht eine der Festplatten habe einen Defekt. Warum dies bei einem RAID 1 Array zu Fehlverhalten im System führt ist mir noch heute ein Rätsel. Der Austausch zog sich wie Kaugummi, da die Technik zweimal in Folge fest vereinbarte Austauschtermine einfach vergaß, beim dritten Mal ohne Absprache eigenmächtig im laufenden Betrieb tauschte - aber die falsche Platte, obwohl die defekte über ihre Seriennummer exakt angegeben war. Gestern war mal wieder nichts für rund eine Stunde erreichbar. Der Support war telefonisch nicht erreichbar, meldete sich per Mail nur lapidar mit "Das Problem ist bekannt." und hat es auch im Nachhinein selten nötig auch nur andeutungsweise Erklärungen zu liefern. Zwischendurch, nachdem ich festgestellt hatte, dass meine Maschine gerne mal eine Stunde zum Hochfahren brauch sagte mir ein Support-Mitarbeiter, es gebe eine etwa 10%ige Chance, dass ich ein Montagsgerät mit einem Serienfehler von Fujitsu-Siemens habe den diesen aber abstreiten und den Serverloft nicht fixen kann. Wunderbar.
Zwischnedurch kam dann noch der Umzug der Server in eine neues Rechenzentrum. Erst gab es einen tollen bunten Prospekt und dann Monatgs eine Mail, dass es gegen Ende der Woche soweit sei - nicht eben viel Vorlaufzeit.

Gestern ging es wie auf Twitter und Facebook zu verfolgen war auch anderen so, dass ihre Maschinen nicht erreichbar waren. Es war also ein größerer Ausfall. Andere Hoster haben hierfür eigenen Status-Seiten in denen sie Wartungsarbeiten ankündigen, Probleme und deren aktuellen Status protokollieren, etc. Bei Serverloft gibt es herzlich wenig und 4 Stunden garantierte Reaktionszeit wird auch schonmal überschritten.

Da ich es mir und meinen Kunden, die schon arg genervt sind wegen der Häufung von Ausfällen, nicht weiter zumuten kann wird daher bald der Wechsel erfolgen. Für das Geld bekomme ich mittlerweile bei Hetzner einen Quadcore mit 8 GB RAM, zwei Festplatten, zwei SSDs, jeweils über RAID1 an einem Hardware-Controller hängend, usw. usf.

Eine andere Alternative ist über einen ehemaligen Arbeitgeber einen neuen eigenen DELL Server zu bestellen, der dann in ein kleines Rechenzentrum in Wuppertal kommt (das ist hier etwa eine halbe Stunde entfernt), wo man ggf. auch direkten Zugriff drauf hat.

Klar ist aber, dass ich nach den mittlerweile mehr als zwei Jahren bei Serverloft nicht mehr gewillt bin die Maschine groß weiter zu betreiben. Allenfalls könnte ich mir vorstellen auf speziellen Kundenwunsch eine der kleineren Quadcores (derzeit für 79 Euro monatlich) mit Standort in St. Louis anzumieten, falls es um Projekte mit Zielgruppe in Nordamerika geht.

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